...sollte jedem Raucher dringend geraten werden,den Zigarettenkonsum präoperativ zu reduzieren, besser noch, komplett einzustellen. Je länger dies durchgehalten wird, desto besser.
Anästhesie bei Patienten mit „Sensiblen Atemwegen“Prof.Dr.med.Peter Conzen,2011

 
   
 

Sensible Atemwege

Umgang mit Rauchern

Bei jedem Raucher stellt sich im Rahmen der OP-Vorbereitung die Frage nach der Nikotinkarenz. Das zunehmend strenge Rauchverbot in der allen öffentlichen Gebäuden hat immerhin bereits dazu geführt,dass heute praktisch jeder Raucher präoperativ eine gewisse Zeit ohne Zigarette verbracht hat.

Die Beendigung des Rauchens die Schleimproduktion in den Atemwege reduziert, die Hyperreaktivität normalisiert und den Zilientransport verbessert. Allerdings dauer es in der Regel mehrere Wochen, bis sich diese positiven Effekte einstellen. Die Beendigung des Rauchens mindestens 6-8 Wochen vor einem Eingriff geeignet war, die Zahl von Komplikationen deutlich zu reduzieren (Moller 2002).

Hingegen konnte ein positiver Effekt für eine kurzfristige Nikotinkarenz (48-72 Stunden) bislang nicht belegt werden.Ganz im Gegenteil führte dies in einzelnen Studien sogar zu Zunahme von Sekretbildung und bronchialer Reagibilität (Erskine 1994). Dies wurde dann mit der Empfehlung verbunden, mit sicherlich eingeschränktem Zigarettenkonsum, doch bis zum OP-Termin weiterzurauchen. Allenfalls reduzierte Konzentrationen von Carboxyhämoglobin und damit ein verbesserter Sauerstofftransport zum Gewebe blieben dann bei einer kurzzeitigen Nikotinkarenz noch als Vorteil übrig. Die Eliminationshalbwertzeit von Kohlenmonoxid beträgt 4-6 Stunden, so dass ein rauchfreies Intervall von 12-18 Stunden zu einer deutlichen Verminderung der Kohlenmonoxidspiegel führt.

Eine neue Metaanalyse zeigt jedoch, dass eine solche Empfehlung nicht gerechtfertigt ist (Myers 2011). Anhand publizierter Daten konnte klar gezeigt werden,dass Raucher, welche kurz vor OP das Rauchen eingestellt hatten, kein erhöhtes Risiko für postoperative Komplikationen aufwiesen.
Die gegenwärtig vorliegenden Daten zeigten somit, dass möglichst lange Abstinenz vom Zigarettenrauchen anzustreben ist, um bei Rauchern die Raten an pulmonalen Komplikationen zu reduzieren (Warner 2006). Dies gilt insbesondere für die ersten Monate nach Beendigung des Rauchens.

Anästhesie bei Patienten mit „Sensiblen Atemwegen“Prof.Dr.med.Peter Conzen,2011

 


 
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